Etwas vom Hammerstiel

Wenn mit einem Hammer nicht viel anzufangen ist, so fehlt es in der Regel am Stiel. Form, Größe und Befestigung des Hammerstiels im Hammerkopf sind in ihrer Auswirkung bei der Arbeit wichtiger als man gemeinhin denkt und es verlohnt sich deshalb wohl, ein paar Worte darüber zu sagen.

Für einen festen Handhammer ist die schlanke, geradlinige, nach hinten nur wenig verstärkte Form mit länglichrundem Querschnitt wohl die günstigste (Abb. 1). Kleine Stiften- und Glaserhämmer haben manchmal eine von der gradlinigen abweichende geschweifte Form, sind aber im Querschnitt ebenfalls flachrund gehalten (Abb. 2). Hammerstiele mit kreisrundem Querschnitt verwenden die Schuhmacher, Maurer und manche Metallarbeiter für ihre Ziselier- und Treibhämmer, doch kommen solche Fachwerkzeuge für den Bastler kaum in Frage.



Abb. 1: Die gewöhnliche Form des Hammerstiels
Abb. 2: Stiel für Glaserhämmer
Abb. 3: Die Maßverhältnisse am Hammerstiel.
Abb. 4-8: Falsche und richtige Befestigung des Hammers am Stiels.

Was die Größe angeht, so werden die Hammerstiele viel öfter zu dick als zu schlank und meistens zu kurz genommen. Als gutes Maß für die Länge des Stieles bei einem gewöhnlichen Bankhammer ist die 2 1/2fache Länge des Hammerkopfes leicht zu merken (Abb. 3). Ein Hammer mit zu kurzem Stiel ist schlecht zu halten und "zieht" schlecht.

Soll die Befestigung des Hammerstieles eine solide und dauerhafte werden, so darf in erster Linie der Hammerkopf nicht auf einem Absatz des Stieles sitzen, wie Abb. 4 zeigt, sondern das vordere Ende muss schlank keilförmig auslaufen und der Querschnitt dieses Endes muss unabhängig von der sonstigen Form des Stieles genau dem Loch im Hammerkopf entsprechen (Abb. 5). Ist der Stil gut eingepasst, so muss er unter allen Umständen im Loch verkeilt werden. Die Arbeit wird recht oft unrichtig gemacht. Schlägt man nämlich den Keil der Länge nach ein (Abb. 6), so wird der Stiel ebensobald wieder locker sein, als wenn es der Quere nach (Abb. 7) geschieht, da in beiden Fällen das Stielholz nur in einer Richtung an die Wände gepresst wird. Richtig ist nur die schräge Verteilung; am besten übers Kreuz, wie es Abb. 8 zeigt. Man verfährt dabei in der Weise, dass man am Stielende vor dem Einschlagen mit zwei kurzen Sägeschnitten den Keilen ihren Weg etwas vorbereitet, den Stiel dann einschlägt und einen breiten sowie zwei schmale Hartholzkeile, nachdem sie etwas mit Leim bestrichen wurden, gleichzeitig in die Schnitte eintreibt. Zuletzt wird alles eben geputzt und der Hammerstiel mit Firnis eingelassen.

Das beste Material für feste Hammerstiele liefert das Hickoryholz (Amerika). Von einheimischen Holzarten ist Eschenholz das geeigneteste, auch Weißbuchenholz ist brauchbar sowie das Holz einiger Sträucher.




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Bei den Artikeln, Tipps und Tricks, usw. auf dieser Webseite handelt es sich zum größten Teil um Auszüge aus Büchern, die um 1900 erschienen. Daher sind die Rezepte und Anleitungen nicht auf dem neuestem wissenschaftlichen Stand. Unter Umständen ist hier von Chemikalien die Rede, bei denen sich herausgestellt hat, dass sie giftig sind. Daher muss du dich auf jeden Fall erst kundig machen, was es mit den einzelnen Chemikalien auf sich hat und welche Sicherheitsvorkehrungen nötig sind, bevor du sie anwendest!
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