Zug- und Rollvorhänge

Zug- und Rollvorhänge können aus einfarbigen oder gestreiften (geblumten) Stoffen (Kattunen, Futtersegelleinwand) als Zug- oder Rollvorhänge und aus Strohmatten (zusammengeknüpften dünnen Schilfrohren) als Rollvorhänge ausgeführt werden.


Zugvorhänge

Der Stoff wird nach Höhe und Breite der Fenster so zugeschnitten, dass er eingesäumt die ganze Höhe der Fenster erlangt, deren Breite aber nicht vollständig ausfüllt, sondern beiderseits von den Seitenwänden des Fensterstocks etwa 2 bis 3 cm absteht. Dann wird er eingesäumt und oben und unten mit je einem Hohlraum versehen. In den oberen Hohlsaum ist ein Holzstab von der Breite des Fensters und rechteckigem Querschnitt von 2 : 1cm, in den unteren ein Rundholzstab von etwa 1 cm Durchmesser und der Breite des Vorhangs einzuziehen. Ersterer muss beiderseits des ausgespannten Vorhangstoffs 2 bis 3 cm herausstehen. Durch die Hohlsäume ist die Möglichkeit gegeben, den Vorhangstoff zur Reinigung ganz abnehmen zu können.
Hierauf sind an der Innenseite des Vorhangs, am Ende des ersten und dritten Viertels seiner Breite, Längsseite in gleichen Abständen von etwa 15 : 15 cm kleine Messing- oder verzinnte Eisendrahtringelchen anzunähen, durch diese dünne Rebschnüre zu ziehen und an den untersten Ringelchen des Vorhangs festzuknüpfen oder anzunähen. Die freien Enden der oberen Vorhangstange werden sodann mit zwei Schrauben an der Decke des Fensterstocks angeschraubt und die Zugschnüre durch drei kleine, ebenfalls dort angebrachte Ösenschräubchen durchgezogen und so lang belassen, dass sie bei herabhängendem Vorhang das Fensterbrett noch berühren, dann abgeschnitten und zusammengeknüpft oder –genäht. Zum Festmachen der Vorhangschnur bei aufgezogenem Vorhang ist an der rechten Seitenwand des Fensterstocks ein Metallhaken anzubringen, um den die Schnur gewickelt wird.

 

Rollvorhänge

Der Vorhangstoff ist, wie unter Zugvorhänge angegeben, vorzurichten und oben und unten mit je einem Hohlsaum für runde Holzstäbe von 1 cm Durchmesser zu versehen. Die Länge des oberen Holzstabes ist der inneren Breite des Fensterstocks nahezu gleichzumachen, jene des unteren Stabs hat der Vorhangbreite zu entsprechen. An dem rechten Ende des ersten Stabs wird eine Zwirnspule von 2,5 cm Höhe und 2 cm Scheibendurchmesser (oder eine passende Messingrolle) fest angebracht. Dann erhalten beide Stabenden in vorgebohrten Löchern stärkere Drahtstifte, deren Köpfe abgezwickt wurden, als Achsenstücke, die etwa 1 cm aus dem Stab herausstehen sollen. In dem unteren gut passenden Hohlraum wird die zugehörige Stange bloß eingezogen; an der oberen kann der Vorhangstoff auch mit sehr kleinen Nägeln angeheftet werden.
Zur Anbringung des Vorhangs im Fenster dienen zwei Achsenlager aus Holz, die in der Mitte der beiden Seitenwände des Fensterstocks so hoch anzubringen sind, dass in deren Zwischenraum die obere Vorhangstange (bei aufgewickeltem Vorhang) mit ihren Achsenstücken gerade noch eingelegt werden kann.
Aus einer zweiten Zwirnspule von 2,5 cm Höhe und 2 cm Scheibendurchmesser wird eine Rolle hergestellt und an der rechten Seitenwand des Fensterstocks, etwa 20 bis 30 cm oberhalb des Fensterbretts angebracht. Über die beiden Spulen ist sodann eine entsprechend lange Schnur straffzuspannen und zusammenzunähen. Durch Abwärtsziehen des vorderen Teils der endlosen Schnur wird der Vorhang zusammengerollt, durch Abwärtsziehen des rückwärtigen Schnurteils abgerollt.
Die untere Rolle kann auch fortfallen, wenn man das eine Ende der Schnur an der Spule der oberen Vorhangstange bei zusammengerolltem Vorhang festmacht und den Vorhang dann abrollen lässt, wodurch die Schnur auf die Spule aufgewickelt wird. Durch Herabziehen der aufgewickelten Schnur wird der Vorhang gehoben. Zum Festhalten der Schnur ist an der rechten Seite des Fensterstocks ein Metallhaken anzubringen.


Strohmatten befestigt man zweckmäßig an einer flachen Holzleiste und bringt die Zugvorrichtung, ähnlich wie bei a, nach der Abbildung unten an.


Will man die Vorhänge bei geöffneten Außenfenstern zum Schutz gegen die Sonne hinausspannen, dann sind an der unteren Vorhangstange noch je zwei stärkere Drahthaken von der halben Breite des Vorhangs und an den Fensterstöcken die zum Einhaken erforderlichen Ösen anzubringen.
 



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Bei den Artikeln, Tipps und Tricks, usw. auf dieser Webseite handelt es sich zum größten Teil um Auszüge aus Büchern, die um 1900 erschienen. Daher sind die Rezepte und Anleitungen nicht auf dem neuestem wissenschaftlichen Stand. Unter Umständen ist hier von Chemikalien die Rede, bei denen sich herausgestellt hat, dass sie giftig sind. Daher muss du dich auf jeden Fall erst kundig machen, was es mit den einzelnen Chemikalien auf sich hat und welche Sicherheitsvorkehrungen nötig sind, bevor du sie anwendest!
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